Egon Christian Leitner

österreichischer Philosoph und Schriftsteller; gilt als Experte für den Soziologen Pierre Bourdieu; als Schriftsteller bekannt für mehrbändigen "Sozialstaatsroman"

* 1961 Graz

Herkunft

Egon Christian Leitner wurde 1961 in Graz geboren. Schon mit 13 Jahren musste er als pflegender Angehöriger Verantwortung übernehmen - eine Erfahrung, die seinen weiteren Lebensweg sehr prägte.

Ausbildung

Nach dem Abitur 1979 studierte L. Philosophie und klassische Philologie. Seine 1.000-seitige Abschlussarbeit verfasste er zur Wissenschaftstheorie, Rezeptionsgeschichte und Ideologiekritik der österreichischen Altphilologie, entwickelt am Kanon der Schulautoren, insbesondere Ciceros. Zeitgleich begann er zunehmend in der Kranken- und Altenpflege sowie in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten.

Wirken

L. machte sich zunächst einen Namen als Essayist und Experte für den französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930-2002), dem er zwei Bücher widmete. In dem Band "Bourdieus eingreifende Wissenschaft" (2000) geht es um den politisch engagierten Intellektuellen, der in den 1990er Jahren mit seinem Eintreten gegen den Neoliberalismus, die Ökonomisierung der Gesellschaft und das zugrundeliegende antihumanistische Menschenbild zum Star der französischen Linken avancierte. Über ihn schrieb L.: "Damit der Staat nicht das kälteste aller Ungeheuer ist und die anderen nicht die Hölle sind, braucht es auch Bourdieu. (...) Wie besagter Menschenwissenschafter seit Dezennien das Elend der Politik ...